Keimsprossen-Infos

KEIMSPROSSEN - Vitamine von der Fensterbank

Damit Sie gesund über den Winter und durch das Jahr kommen, empfehlen wir Ihnen Ihre Nahrung mit Keimsprossen zu ergänzen. 
Keimsprossen sind junge Keimlinge, die sich schnell aus Samen heranziehen lassen. Sie haben einen hohen Gehalt an wichtigen Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Außerdem sind sie energiearm und enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Verwendet werden die Samen verschiedener Getreidesorten und Hülsenfrüchte wie Weizen, Soja- oder Mungobohnen, aber auch z.B. Kresse, Rettich, Radieschen, Brokkoli und mehr.

Der Geschmack der Keimsprossen variiert von mild (Sojabohnen) oder süßlich (Mungobohnen) über herb (AlfalfaKresse), nussartig (Kichererbsen) oder würzig (Bockshornklee) bis hin zu scharf (Radieschen) schmeckenden Sprossen. Je nach Sorte würzen oder ergänzen sie z.B. Brotaufstriche, Aufläufe, Suppen, Salate und Hauptgerichte.

Die Anzucht der Keimsprossen ist sehr einfach. Vier Grundfaktoren beeinflussen das Keimen von Samen:
- Licht
- Feuchtigkeit
- Temperatur
- Luftzirkulation

Für optimales  Wachstum sollte das Licht gleichmäßig, indirekt und zimmerhell sein. Mit der Aufnahme der Feuchtigkeit beginnt der Samen seinen Wachstumsprozeß. Der aufgehende Samen, der Keim, muß gleichmäßig feucht gehalten werden. Wenn Keime zu naß liegen, faulen sie. Die günstigste Mitteltemperatur ist 21°C. Beim Wachstumsprozeß werden Gase frei, die durch die Luftzirkulation bzw. durch die Spülung der Keime mit Wasser entfernt werden müssen.

GRUNDREGELN ZUR SPROSSENZUCHT
1. Halten Sie die Sprossen feucht, aber nicht naß.
2. Achten Sie auf eine möglichst gleichmäßige Temperatur um 21°C.
3. Spülen Sie die Sprossen regelmäßig, mindestens 2mal täglich, möglichst immer zur gleichen Zeit.
4. Lassen Sie den Sprossen hinreichend Ausdehnungsraum zum Atmen und Wachsen.
5. Stellen Sie die Sprossen, die Blättchen entwickelt haben, in indirektes Licht; erst 2-3 Stunden vor der Zubereitung sollten Sie sie in helles Licht stellen, damit die Chlorophyllbildung zunimmt.

Genaue Angaben für die verschiedenen Sorten stehen auf den Tüten.

Zur Beschleunigung der Keimung ist es für hartschalige Samen günstig, sie in Wasser einzuweichen und vorquellen zu lassen (z.B. Radieschen 3 – 4 Stunden, Kresse 4 – 5 Stunden, Sojabohnen 12 Stunden). Danach werden die Samen gründlich mit kaltem Wasser abgespült. Für den Keimvorgang eignen sich optimal spezielle Keimschalen undKeimgeräte. Der Behälter sollte zum Ankeimen an einen dunklen und am zweiten Tag an einen hellen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt werden. Die einzige Pflege ist jetzt das tägliche zweimalige sorgfältige Spülen der heranwachsenden Keimlinge mit kaltem, klarem Wasser. Die Samen dürfen nicht für längere Zeit im Wasser liegen, da sie sonst faulen oder schimmeln. Je nach Sorte beträgt die Keimdauer bis zum optimalen Zeitpunkt für den Verzehr der Sprossen ungefähr zwei bis acht Tage.
Beim Keimen können feine Faserwurzeln entstehen, die nicht mit Schimmel zu verwechseln sind. Vor dem Verzehr die Keimsprossen nochmals gründlich mit Wasser abspülen.
Bei den Sprossenboxen handelt es sich um nahezu geschlossene Systeme, welche dadurch bedingt eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Nach den Spülungen sollte überflüssiges stehendes Wasser aus dem System abgegossen werden. 

Die Zugabe von einigen Radies- oder Rettichsamen vermindert weiterhin ein mögliches Schimmelrisiko.

Kresse und Leinsamen ummanteln ihre Samen beim Einweichen mit einer Schleimschicht. Um die dadurch begünstigte Bildung von Pilzen zu verhindern, sollten diese Samen möglichst in einer offenen Schale angesetzt oder auf einem dicken, feuchten Baumwolltuch gezogen werden.Kichererbsen, Gartenerbsen und Sojabohnen zählen zu den harten Hülsenfrüchten, die Spuren des giftigen Phasins enthalten. Sie sollten vor dem Verzehr kurz blanchiert oder gedünstet werden.
Normales, übriggebliebenes Garten-Saatgut sollte nicht für Sprossengemüse genommen werden. Es könnte mit Rückständen aus der Produktion oder der Samenaufbereitung behaftet sein. Für die Keimsprossen in der Küche werden spezielle Samen aus biologischem Anbau empfohlen.