01.Schnitt-allgemein 05.Nachsaaten 09.Sanden
02.Schnitthöhe 06.Vertikutieren 10.Unkräuter
03.Düngung 07.Aerifizieren 11.Moose
04.Beregnen 08.Schlitzen
.
Schnitt  (zurück)
Art und Häufigkeit der Pflegearbeiten hängen ab vom Rasentyp, von der gewünschten
Rasenqualität, den Gräser-Arten und -Sorten, der Nährstoff- und Wasserversorgung,
dem Wachstumsrhythmus, der Flächengröße- u. Beschaffenheit und von der Verfügbarkeit
der Maschinen und Geräte.
Eine der zeitaufwendigsten Arbeiten bei der Rasenpflege ist das Mähen. Auf belastbaren
Rasenflächen ist der Schnitt für Regeneration und Bestockung der Gräser unerläßlich.
Gering belastete Landschaftsrasen, an die keine hohen Ansprüche bzgl. Narbendichte,
Gleichmäßigkeit und Farbaspekte gestellt werden, kommen mit ein bis zweimaligem
Schnitt pro Jahr aus. In der folgenden Aufstellung sind Gräserarten nach abnehmender
Schnittverträglichkeit geordnet:
  • Agrostis stolonifera
  • Agrostis capillaris
  • Poa annua/supina
  • Agrostis canina
  • Poa pratensis
  • Lolium perenne
  • Festuca rubra
  • Phleum bertoloni
  • Festuca ovina
  • Festuca arundinacea
  • Poa trivialis
Flechtstraußgras bildet selbst bei fast täglichem Schnitt, wie es auf Golfgreens üblich ist, eine dichte Rasendecke aus. Bei Festuca arundinacea und Poa trivialis ist dagegen bei sehr häufigem Schnitt die Regenerationsfähigkeit schon etwas eingeschränkt, allerdings immer noch besser als bei typischen Wiesengräsern wie Glatthafer oder Wiesenschwingel.
Weiterhin ist die Schnitthäufigkeit abhängig vom Wachstumsverlauf innerhalb der Vegetationsperiode. Nach einem langsamen Beginn erreicht die intensitätskurve zwischen Ende April und Mitte Juni einen Höhepunkt und fällt dann wieder ab. Oft erreicht die Wachstumskurve etwa im August ein zweites, allerdings geringeres Maximum.
Vegetationsbeginn und -ende sowie der Wachstumszyklus sind je nach Klimalage
und Witterungsbedingungen verschieden. In der Oberrheinebene kann das Wachstum
der Rasenpflanzen schon im Februar beginnen, in Höhenlagen ist manchmal erst
Anfang
Mai ein deutliches Ergrünen zu verzeichnen.
Für die Praxis ergibt sich aus diesen Zusammenhängen die höhere Schnittfrequenz im Mai bis Juni und
die niedrigere in den Herbstmonaten. Ab September können die Zeitabstände zwischen den einzelnen Schnitterminen wesentlich verlängert werden. Ebenso wie die Schnittfrequenz ist die Schnitthöhe abhängig von Rasentyp, Artenzusammensetzung, Jahreszeit, Witterung, vor allem aber von der Nutzung.
Golfgreens müssen extrem kurz geschnitten werden, um den kleinen Ball beim Einputten ohne größeren Widerstand und in der vorgesehenen Richtung rollen lassen. Bei Sportrasen sollte eine hohe Rückprallelastität vorhanden sein. Durch einen kurzen Schnitt wird erreicht, dass der Rasen nicht weich wird. Andererseits werden die Gräser bei kurzem Schnitt sehr strapaziert. Deshalb muß ein Kompromiss in der Schnitthöhe gefunden werden, der den Bedürfnissen der wachsenden Pflanze und den Anforderungen von seiten der Benutzer gerecht wird.

 

Schnitthöhe und Aufwuchshöhe von Rasenflächen  (zurück)
Im Frühjahr wird der Rasenmäher hoch eingestellt, so daß der erste Schnitt nur aus einem leichten
Kappen der Blattspitzen besteht. Nach und nach werden dann die Rasenmäher-Messer tiefer gestellt
bis zur normalen Schnitthöhe. Bei trockenem Wetter oder in ausgesprochenen Trockenlagen darf die Schnitthöhe etwas höher sein. Bei Sportrasenflächen ist ein hoher Schnitt nur in der Spielpause oder
bei weniger intensivem Sportbetrieb möglich.
Die Meinungen über Entfernung oder Liegenlassen von Schnittgut sind geteilt.
Für das Entfernen sprechen folgende Gründe:
  • verhindert Verfilzung
  • keine Schädigung durch unsachgemäß abgelegtes Schnittgut
  • vermindert Ausbreitung von Samenunkräutern
  • vermindert Ausbreitung von Krankheiten
Schnittgut kann liegenbleiben bei:
  • geringen Aufwuchsmengen
  • jungem blattreichen Gras
  • gleichmäßiger Schnittgutverteilung
  • trockener Witterung
  • hoher biologischer Aktivität des Bodens
Rasentyp

Schnitthöhe in mm

Aufwuchshöhe in mm
Golfgreen 4- 7   8- 12  
Zierrasen, Fairways 10- 15 20- 30  
Hockeyfeld   20-30 40- 60
Fußballfeld   30-50 60- 100
Parkplatzrasen 50-60 100- 120
Landschaftsrasen 60-80
Häufiges und kurzes Mähen wird von den einzelnen Grasarten unterschiedlich gut
vertragen. Feinblättrige und bodenblattreiche Arten und Sorten sind weniger empfindlich
als Pflanzen mit groben Blättern und hohem Stengelanteil.
Folgende Tabelle zeigt die ungefähr einzuhaltenden
Schnitthöhen beim Mähen der
verschiedenen Rasengräser. Diese Werte sind nicht zu unterschreiten,
wenn die Gräser keine
Schädigung erfahren sollen.
Anzustrebende Schnitthöhe bei Rasengräsern:

Schnitthöhe (mm)

Art

5 -10

Agrostis canina

Agrostis stolonifera

Agrostis capillaris

10-20

Poa annua

Poa supina

20-30

Festuca ovina

Festuca rubra

Phleum bertolonii

30-50

Poa pratensis

Lolium perenne

Phleum pratense

Bei regelmäßigem Schnitt, wie er zum Beispiel auf Sportrasenflächen üblich ist, fallen
etwa 50 g Grünmasse je m2 an, das sind bei 20 Schnitten im Jahr
1.000 g. Diese Menge
kann bei gleichmäßiger Verteilung durch die Bakterientätigkeit umgesetzt werden.

Höherer Massenanfall und extrem trockene Witterung verhindern die rasche Mineralisation
und fördern die Filzbildung.

Die Schnittqualität wird in erster Linie durch den Rasenmäher bestimmt. Für feine
Rasenflächen sollten
Spindelrasenmäher mit mindestens 6 Messern (Blättern) verwendet
werden, die eine hohe Rototationsgeschwindigkeit besitzen. Die Messer müssen scharf
sein und bei Bedarf nachgestellt bzw. geläppt
werden.

Auf Gebrauchsrasen werden häufig Sichelrasenmäher eingesetzt. Das Schnittbild ist nicht
so schart
wie beim Spindelrasenmäher, und die Blattenden können unsauber zerschlissen
aussehen. Arbeitsbreite und Flächenleistung sind beim Sichelrasenmäher geringer als beim
Spindelmäher.

Frontbalkenmäher, Kreiselmäher und Schlegelmäher kommen weder für das Mähen von
Gebrauchsrasen und schon gar nicht von Zierrasen in Frage.
Sie werden wegen ihrer
Unempfindlichkeit gegen
Störungen und der hohen Flächenleistung gerne bei Landschaftsrasen, an Straßenböschungen und auf anderen extensiv gepflegten Rasenflächen eingesetzt.
 

Düngung:  (zurück)

Düngermengen, Anwendungszeltpunkt und -häufigkelt hängen ab von der Bodenart, der Rasennutzung, der Witterung und der Düngerform.

Als Anhaltswert für die Grunddüngung können die Ergebnisse der im Boden gefundenen
Analysenwerte gelten. Gut versorgte Böden weisen folgende Mindestgehalte Je 100 g
Boden auf:

15 mg P2 O5

20 mg K2

12 mg Mg

.
Jährlicher Düngerbedarf in g Reinnährstoffen je m2:
Rasentyp Stickstoff (N) Phosphat(P2O5) Kalium(K2O)

Magnesium(MgO)

Zierrasen 10-25 3-5 10-15 1-2
Gebrauchsrasen
geringe Belastung
starke Belastung
5-15
10-25
3-5
5-8
8-12
10-15
1-2
2-3
Sportrasen
geringe Belastung
starke Belastung
15-25
20-35
5-10
10-15
10-15
15-25
2-3
3-5
Landschaftsrasen 0-10 0-5 0-10 0-1
         

Stickstoff
gelangt in Form von Ammonium- oder Nitrat-Ionen in die Pflanze. Er vergrößert
die Blattfläche, regt die Bestockung der Pflanze an und intensiviert die Grünfärbung.
Auf Rasen wird Stickstoff während der Wachstumsperiode in mehreren Teilgaben
ausgebracht. Bei Herbstgaben ist Vorsicht geboten, weil dann leicht Gräser mit
wasserreichen, dünnwandigen Zellen entstehen, die besonders anfällig gegen Frost
und Krankheitensind, z.B. Fusarium (Schneeschimmel).
 

Phosphat
wird zur Förderung der Wurzelbildung beim Anlegen von Rasenflächen häufig zusammen
mit anderen Pflanzennährstoffen als Grunddünger ausgebracht. Bei der Verwendung
von Phosphat ist zu beachten, daß seine Verfügbarkeit in extrem sauren und extrem
alkalischen Böden eingeschränkt ist. Da Phosphat wenig verlagert und damit auch nur
minimal ausgewaschen wird, ist eine gleichmäßige Verteilung anzustreben.
Kalium
aktiviert viele Enzyme und stärkt die Zellwände. Es sollte vor allem auf Strapazierrasen in
ausreichenden Mengen vorhanden sein, wo kräftige, krankheitsresistente Pflanzen
nötig sind. In mit Sand vermagerten Böden herrscht oft Kaliummangel, der durch die
hohe Auswaschung bei häufiger Beregnung noch verstärkt wird. Auf derartige Flächen
sollte mindestens zweimal jährlich Kaliumdünger ausgebracht werden.
 
Calcium
hat großen Einfluß auf den ph-Wert des Bodens, aktiviert einige Enzyme und ist Baustein wichtiger Verbindungen. Seine größte Bedeutung kommt ihm jedoch als
Bodenverbesserer zu. Calcium fördert das Mikroorganismenleben, die Krümelstabilität
sowie die Auf- und Abbauprozesse im Boden. Kalkdünger wird gerne in den
Wintermonaten ausgebracht.
 
Magnesium
ist wichtiger Baustein des Chlorophylls und wirkt mit bei der Phosphataufnahme durch die Pflanze. Magnesium wird meist als Bestandteil anderer Dünger ausgebracht, ebenso
wie die Spurennährstoffe.
 
Beregnen: (zurück)
Um den Pflanzen auch in Trockenperioden genügend Feuchtigkeit für das Wachstum
zur Verfügung zu stellen und eine Austrocknung der Rasendecke zu verhindern, kann
man den Boden bewässern. Für diesen Zweck stehen verschiedene Regnersysteme
zur Verfügung. Nach Dl N 16035 Teil 2 muß die Beregnungsanlage Wassergaben von
mindestens 25 l/m2 in einer Zeitspanne von 5 bis 15 Stunden ermöglichen. wobei nicht
mehr als 5 l/m2 innerhalb einer Stunde aufgebraucht werden sollen. Häufige Gaben
mit geringen Wassermengen sind zu vermeiden, weil dann nur die oberste Bodenschicht
durchfeuchtet wird und die Wurzeln der Rasenpflanzen an der Oberfläche bleiben.
Dadurch ist die Belastbarkeit der Rasenfläche stark eingeschränkt.

Es kann übrigens auch zu einer Umstellung des Pflanzenbestandes in Richtung
flachwurzelnder Arten (Poa annua) kommen. Die Abweichungen in der Menge der
Wasserausbringung sind bei allen Regnersystemen sehr groß. Die Unterschiede
betragen meist mehr als 25. Besonders auffällig ist die Beregnungsungleichmäßigkeit
mit weitmaschig angeordneten Regnern. Auf Sportplätzen wurden früher meist 12
Regner eingebaut, mittlerweile sind 35 gefordert. Einen Anhaltspunkt für die
Beregnungsmenge und -häufigkeit gibt die folgende Tabelle:

.
Tageshöchsttemperaturen
Grad Celsius
täglicher Wasserbrauch
L/qm
Beregnungsabstand bei
25 L/qm Wassergabe Tag
>30 >5 3-5
25-30 3-4 6-8
20-25 2-3 8-12
<20 <2 >12

Nachsaaten (zurück)

Schaden an Rasenpflanzen können durch vernachlässigte oder unsachgemäße Pflege,
aber auch durch verschiedene Ursachen entstehen, für die das Pflegepersonal nicht
verantwortlich ist:

- zu starke Belastung

- Strapazierung bei Nässe

- natürliche Abnutzung

- mutwillige Zerstörung

In eiligen Fällen können Fertigrasen verlegt werden. Im Normalfall werden lückige
Rasennarben durch Nachsaaten ersetzt.

Als erste Maßnahme wird ein extrem tiefer Schnitt mit Abräumen des Mähgutes
vorgenommen. Dadurch wird die Konkurrenzkraft des Altbestandes etwas eingeschränkt.

Um dem Samenkorn Bodenschluß als Voraussetzung für die Keimung zu ermöglichen,
sollte der Boden aufgerissen werden, z. B. durch scharfes Vertikutieren. Jetzt erfolgt
die Nachsaat z. B. mit Kiepenkerl Majestlc Aktiv oder Regenerationsmischung.

Bei einer Nachsaat ist besonders darauf zu achten, daß die einzelnen Arbeitsgänge in
schneller Folge erledigt werden, das heißt Kurzschnitt, Auf reißen des Bodens und
Einsaat möglichst kurz hintereinander, um die geschaffenen günstigen Bedingungen
auszunutzen. Konkurrenzstarke schnellkeimende Arten wie Deutsches Weidelgras
eignen sich sehr gut zur Nachsaat, bei der konkurrenzschwachen Wiesenrispe kann
trotz guter Bodenvorbereitung und keimfähigen Saatgutes oft der gewünschte Erfolg
ausbleiben. Auch bei der Nachsaat kann ein Andrücken, das allerdings infolge der
horstartigen Pflanzen im Altbestand schwierig ist, sehr nützlich sein.
 

Vertikutieren  (zurück)

Filzbildung
Ursache für ungesund, meist hellgrün aussehende Rasenflächen, deren Wachstum trotz
Düngung und Bewässerung stagniert, die häufig mit unerwünschten Kräutern oder dem
flachwurzelnden Jährigen Rispengras durchsetzt sind, ist möglicherweise eine Verfilzung.
Filz ist in der Regel eine dunkelbraune, scharf abgesetzte Schicht aus nicht abgebautem
organischem Material auf der Bodenoberfläche. Sie besteht aus lebenden und toten
Wurzeln, Ausläufern und Resten von Schnittgut wie Blatt- und Stengelteilen.

Rasenflächen mit Filzauflage sind anfälliger gegen pilzliche Krankheitserreger. Oft ist die
Rasennarbe sehr dicht, aber bei Nässe weich und schwammig. Die Wurzeln wachsen
nicht in den Boden, sondern breiten sich in der Filzschicht aus. Dadurch kommt keine
Verzahnung mit der eigentlichen Rasentragschicht zustande.

Filzschichten entstehen vor allem auf sandreichen, sauren Böden mit eingeschränkter
biologischer Aktivität. Sie vermindern in starkem Ausmaß die Wasser- und damit auch
die Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Zonen und verringern die Belastbarkeit der
Rasendecke.

Einige Pflanzenarten wie Rotschwingel, Schafschwingel und Wiesenrispe neigen besonders
stark zu Filzbildung, während Weidelgras und Lieschgras kaum zur Filzproduktion
beitragen. Straußgräser, Jährige und Gemeine Rispe nehmen eine Mittelstellung ein.
Rasenfitzbildung wird weiterhin gefördert durch überhöhte Stickstoffdüngung vor allem
mit physiologisch sauerwirkenden Düngemitteln, wie zum Beispiel Schwefelsaurem
Ammoniak.

Um die Bildung von Filzauflagen zu verhindern, sind alle Maßnahmen zu vermeiden, die
die biologische Aktivität im Boden einschränken. So können mehrmalige Pilzbekämpfungs-
maßnahmen mit Fungiziden Ursache für eine stark wachsende Filzauflage sein.

In ungünstigen Lagen können sich innerhalb eines Jahres bis zu 1 cm starke Filzschichten
bilden. Eine bis zu 0,5 cm betragende Zone muß nicht unbedingt besorgniserregend sein.
Auf belasteten Flächen, wie zum Beispiel auf Sportplätzen, ist sie sogar erwünscht, weil
sie den Verschleiß mindert und die Oberfläche schützt. Dagegen können 1 bis 2 cm
starke Schichten bis zu 201 Wasser je m2 Rasenfläche zurückhalten, was im Sommer
uneffektiv verdunstet.
 

Zusammengefaßt gibt es folgende Möglichkeiten zur Verhinderung von Filz:

1.) ph-Wert im Boden von mindestens

5,5 bis 6,0 anstreben,

2.) Arten ansäen, die nicht so stark zur

Filzbildung neigen,

3.) keine übermäßigen Stickstoffmengen

düngen,

4.) keine unnötigen chemischen

Bekämpfungsmaßnahmen vornehmen,

5.) keine häufigen Beregnungen mit geringen

Wassermengen, sondern lieber weniger

oft mit hohen, den Boden durchnässenden

Mengen,

6.) alle Maßnahmen zur biologischenAktivierung des Bodens ausnutzen.
 

Ist die Rasenfilzbildung schon zu weit fortgeschritten, muß durch Vertikutieren Abhilfe
geschaffen wer
den. Es hat In erster Linie die Aufgabe, eine bestehende Filzschicht zu
beseitigen oder zu verkleinern.

Gleichzeitig dient es der Verbesserung der Rasenzusammensetzung, weil vor allem unerwünschte breitblättrige Kräuter und flachwurzelnde Gräser wie
Jährige Rispe
geschädigt und Gräser mit Ausläufern
durch Anregung der Seltentriebbildung gefördert
werden.

Der Rasen sollte vor dem Vertikutieren trocken sein und, wenn möglich, auf 2 bis 3 cm
geschnitten werden, damit die Vertikutiermesser auch wirklich in die
Filzschicht
eindringen und diese zerschneiden.
Wichtig sind ein enger Messerabstand, schnell rotierende, möglichst scharfe
Schlitzmesser, die schneiden und nicht nur reißen, und ein schweres genügend Druck
erzeugendes Gerät. Damit können im
Abstand von 2 bis 3 cm auf ebenen Flächen optimal
etwa 5 bis 15 mm tiefe Rillen geschnitten werden. Der
unter der Filzschicht liegende
Boden sollte nur leicht
angeritzt werden.
Bei erfolgreichem Vertikutieren dicker Filzschichten können mehr als 1 kg/m2 zu
entfernendes Material
herausgeschnitten werden.

Allgemein reicht eine Vertikutiermaßnahme jährlich aus. Der beste Termin zur Durchführung
liegt im
Frühjahr und Spätsommer.
Nach dem Vertikutieren ist eine Nachsaat besonders
effektiv.
 

Aerifizieren  (zurück)

Als Aerifizieren bezeichnet man das Einstechen von 7 bis 16 cm tiefen Löchern in die
Rasentragschicht.

Die Pflegemaßnahme wird gegen Verdichtung, Verfilzung sowie bei mangelnder Belüftung
durchgeführt.
Aerifiziert wird am vorteilhaftesten während der Hauptwachstumszeit des
Rasens, auf stark belasteten Flächen mehrmals jährlich. Die besten Ergeb
nisse sind bei
leicht feuchtem Boden zu erzielen.
 

Schlitzen  (zurück)

Das Schlitzen erfolgt mit dreieckigen Messern, die in eine Tiefe von 75 bis 100 mm in den
Boden schneiden und Schlitze von 10 bis 20 cm Länge und 3 - 5
mm Breite hinterlassen.
Die Geräte werden Im Frühjahr zu Beginn der Hauptwachstumszeit und im Herbst zum
Ende der Vegetationsperiode eingesetzt und eignen sich für die meisten Rasenarten.
Weniger drastisch wird der Boden
mit Geräten bearbeitet, die nicht so tiefe Schlitze in
die Rasentragschicht schneiden.
 

Sanden  (zurück)

Bei sehr stark belasteten und verdichteten Rasenflächen sowie auf Böden mit hohem
Feinerdeanteil ist
das Besanden eine begleitende Maßnahme. Der Sand erhöht das
Porenvolumen und sorgt damit für
ein erhöhtes biologisches Umsetzungsvermögen. In
gut durchlüfteten und biologisch aktiven Substanzen kann sich kaum Filz bilden. Alle
Bedingungen,
die fördernd auf die Mineralisierung der organischen Substanz wirken,
tragen zur Minderung der
Filzschichtbildung bei. Für die Besandung sind etwa 2 bis 3
kg/m2 notwendig, bei über 1 cm starken Filzschichten ist ein mehrmaliges Aufsanden
angebracht.

Auf sandreichen Rasenflächen, zum Beispiel DIN-Sportplätzen oder Golfgreens, hat sich
ein sogenanntes Topdressing bewährt. Topdressing-Material
ist kein reiner Sand, sondern
es ist mit nicht genau
festgelegten Mengen Torf, Kompost, Feinerde sowie
häufig mit Kalk
und Dünger versetzt. Bei Verwendung
organischer Materialien ist darauf zu achten, daß
sie
frei von Schädlingen, Krankheiten und Samen unerwünschter Pflanzen sind; von
Vorteil ist eine vorbeugende Entseuchung. Mit dem Topdressing kann
gleichzeitig die
Bodenstruktur und die Nährstoffnachlieferung verbessert und eine eventuell vorhandene
unebene Fläche ausgeglichen werden sowie
durch Beimischung von Grassamen eine
elegante
Methode der Nachsaat erfolgen.
 

Unkräuter (zurück)

Auf bestimmten Rasenflächen wie Zierrasen, Sportrasen und Golfrasen sind Kräuter
unerwünscht. In
Zierrasen beeinträchtigen sie das Aussehen und auf den Sportflächen
wie z. B. Hockey oder Golf können sie den Spielablauf stören.


Derartige Pflanzenarten sind im Rasen als Unkräuter anzusehen. Sie widerstehen häufig
den Pflegemaßnahmen.

Unkrautbekämpfung im Rasen ist durch vorbeugende pflegerische und mechanische
Maßnahmen
oder mit chemischen Mitteln möglich. Vorbeugend ist dafür zu sorgen, daß
keine Lücken In der Rasendecke entstehen, die dem Unkraut eine leichte Einwanderung
gestatten. Zur Lückenbildung tragen
bei: zu tiefer Schnitt mit Narbenverletzungen,
Ätzschäden durch Dünge- oder Pflanzenschutzmittel,
Krankheiten oder Schädlinge.

Bei Neuansaaten ist es unvermeidlich, wenn keine
Dämpfung oder chemische Behandlung
des Bodens
vorgenommen wurde, daß auch Unkräuter keimen und auflaufen. Einjährige
Pflanzenarten bereiten in
neu angesäten Rasen unter normalen Umständen keine
wirklichen Schwierigkeiten, weil sie nach
mehrmaligem Mähen von den Gräsern
unterdrückt
werden.
Kann der Unkrautbesatz durch mechanische Maßnahmen nicht zurückgehalten werden,
so ist als
letzte Möglichkeit an eine chemische Bekämpfung zu denken. Es gibt einige
zugelassene Präparate
bzw. Mittel-Kombinationen, die auf Rasenflächen eingesetzt
werden können.

Wichtig: Beachten Sie diesbezüglich die Gesetzgebung der einzelnen Bundesländer.

Das Angebot zugelassener Mittel ändert sich stetig. Eine Informationshilfe ist das jährlich neu
erscheinende Pflanzenschutzmittelverzeichnis Teil 2 (Gemüsebau, Obstbau,
Zierpflanzenbau) der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft
in Braunschweig.
Es ist zu beziehen durch: Saphir V
erlag, Gutsstraße 15, 38551 Ribbesbüttel.
 

Moose  (zurück)

Eine häufig, vor allem im Zier- und Gebrauchsrasen als unerwünscht eingestufte
Pflanzengruppe ist das
Moos. Im Rasen tritt es meist dann auf, wenn das
Gras nur
langsam wächst, der Boden sehr naß ist sowie im Schatten von Gebäuden oder
besonders von
Bäumen und Sträuchern.

Sehr häufig wird Moosbildung auch durch falsche
Pflegemaßnahmen wie zu tiefes Mähen
und/oder
unzureichende Nährstoffversorgung verursacht.

Auch gegen Moos gibt es chemische Mittel. Sie enthalten in der Regel Eisen-II-Sulfat.
Nach der Behandlung verfärbt sich das Moos dunkelbraun bis
schwarz und kann dann
entfernt werden.

Tip:
Um einer Neuvermoosung vorzubeugen, den
Rasen bei einwöchigem
Mährhythmus nicht
unter 4 - 5 cm Schnitthöhe (im Schattenbereich nicht unter
5-6 cm) mähen sowie min
destens 3mal pro Jahr düngen.