
Rasensamen
Rasen-Informations-Portal
| Bodenvorbereitung |
Aussaat |
Auflaufdauer |
Rasenneuanlage |
|
Bodenvorbereitung
Die Aussaatfläche ist je nach
Verwendungszweck des Rasens unterschiedlich vorzubereiten.
Der Boden soll gut abgesetzt bzw. angedrückt sein, eine stabile Bodenstruktur
haben und einen pH-Wert zwischen 5,5 - 6,6 aufweisen, weiterhin
sind Unkräuter mechanisch oder chemisch zu entfernen.
Bodenart, Nährstoffgehalt und Wasserdurchlässigkeit müssen gegebenenfalls der
Rasenfunktion angepaßt werden.
Die Rasentragschicht soll stabil gegen Bodenverdichtung durch Belastung und
Setzung sein, aber auch wasserdurchlässig bei gutem Speichervermögen.
Aussaat
Die Aussaat sollte in den licht-
und niederschlagsreichen Monaten April bis Mitte September erfolgen. Rasengräser
haben ihre optimale Keimtemperatur
zwischen 16 bis 21 Grad, mindestens aber 8 Grad. Ausnahmen bilden hier Lolium
und Phleum, diese keimen auch bei Bodentemperaturen unter 8 Grad, was bei frühen
oder späten Aussaatterminen beachtet werden muß. Bei der Saatguteinbringung ist
auf gleichmäßigen Mischzustand zu achten. In Sonderfällen hat sich
ein getrenntes Ausbringen der großfruchtigen Arten (Lolium, Festuca) und
anschließend der feinen Samen (Poa, Agrostis) bewährt. Das Saatgut ist nicht
tiefer
als 0,5 bis 1 cm in den Boden einzuarbeiten und anschließend wird angewalzt.
Trockenheit verzögert das Auflaufen des
Saatgutes, begünstigt aber einige
Unkräuter, eine regelmäßige Wasserversorgung ist daher ratsam. Ist der Boden
nach der Aussaat einmal feucht geworden, muß die Fläche in den folgenden 2 - 3
Wochen dauerhaft feucht gehalten werden, um ein Austrocknen der jungen Keimlinge
zu verhindern.
Tip: Tagsüber
den Rasen mehrmals für ca. 5 - 10 Min. kurz beregnen,
so das die oberste Bodenschicht nicht austrocknet.
Jungpflanzen können bei einer Höhe von etwa
50-70 mm das erste Mal gemäht werden. Bei langsamer Jugendentwicklung der
Graspflanzen, z.B. Mischungen
ohne Lolium, wird evtl. ein Reinigungsschnitt notwendig sein, der die schnell
keimenden und hochwachsenden Unkräuter beseitigt, damit die junge Ansaat
nicht unterdrückt wird. Nach einem die Jungpflanzen schonenden Reinigungsschnitt
wird die dem Rasentyp angepaßte Schnitthöhe gewählt.
.
.
Auflaufdauer von Rasengräsern unter Freilandbedingungen:
Artikel / durchschnittliche
Auflaufdauer (Tage):
Lolium perenne
7 - 15
Phleum pratense
7 - 16
Phleum bertolonil
8 - 17
Cynosurus cristatus
9 - 18
Festuca rubra
10 - 18
Festuca ovina
11 - 19
Agrostis spec.
12 - 20
Poa pratensis
14 - 24
Rasenneuanlage
-
Bodenvorbereitung
Eine Gründüngungseinsaat vor der Rasenanlage lockert den Boden tiefgründig und
verbessert die Bodenstruktur.
Die für die Rasenaussaat vorgesehene Fläche umgraben, Unkräuter und Steine
gründlich entfernen. Alten Rasen zwei Spatenstiche tief untergraben,
anschließend den Boden mit einem Kultivator bearbeiten. Die so hergerichtete
Fläche wird planiert, sauber abgeharkt und bleibt ca. 2-3 Wochen liegen, damit
sich in dieser Wartezeit der Boden setzen und das keimende Unkraut vor der
Einsaat entfernt werden kann. Tritt man beim Bearbeiten des Bodens noch in den
Boden ein, muß die ganze Fläche gewalzt werden, damit später im Rasen keine
Unebenheiten entstehen.
- Aussaat:
Die Aussaat kann von April/Mai bis Mitte September erfolgen. Man sät bei
windstillem Wetter. Um eine gleichmäßige Aussaat zu erzielen, sät man im Kreuz-
und Quergang.
Die hierfür benötigte Samenmenge teilt man vorher in 2 gleiche Teile auf. An den
Rändern sät man den Rasen etwas dichter, um eine feste Rasenkante zu erhalten.
Das Rasensaatgut leicht einharken (0,5 -1 cm). Hierbei ist es wichtig, daß ein
Großteil des Saatgutes sichtbar bleibt, da Gräser Lichtkeimer sind. Anschließend
die Saat mit eine Rasenwalze oder mit einem Fußbrett andrücken.
- Gießen
Trockenheit verzögert das Auflaufen
des Saatgutes, begünstigt aber einige Unkräuter, eine regelmäßige
Wasserversorgung ist daher| ratsam. Die Fläche muß in den folgenden 2-3 Wochen
dauerhaft feucht gehalten werden, um ein Austrocknen zu verhindern.
Tipp: Tagsüber den Rasen mehrmals für ca. 5-10 Min. kurz beregnen, so daß
die oberste Bodenschicht nicht austrocknet.
- Schnitt:
Junger Rasen kann bei einer Aufwuchshöhe von 7 – 10 cm erstmals gemäht werden.
Ideal ist eine Schnitthöhe von 5 cm. Danach empfiehlt sich bei einwöchigen
Mäh-Rhytmus eine Schnitthöhe von 4 –5 cm, im Schattenbereich eine Schnitthöhe
von 5 – 6 cm.
Tipp: Den Rasen nicht tiefer als um die Hälfte der Aufwuchshöhe
heruntermähen.
- Düngen
In der Zeit von März bis Oktober sollte dreimal mit einem Rasendünger gedüngt
werden, da Rasengräser eine gute Nährstoffversorgung benötigen.
Tipp: Alle 8-10 Wochen düngen
- Vertikutieren
Vertikutieren Sie einmal pro Jahr im März/April Ihren Rasen. Danach ist eine
sofortige Düngung empfehlenswert, damit die Gräser entstandene Lücken schnell
wieder schließen können.
- Moos
Neben Schattenlage und Staunässe ist zu tiefes Mähen und fehlende
Nährstoffversorgung die häufigste Ursache für eine starke Vermoosung des Rasens,
so daß hier die sogenannten Moosvernichter nur kurzfristig helfen.
- Mulchen
Soll das Schnittgut auf dem Rasen verbleiben, erfordert dies den Einsatz von
Spindel- oder speziellen Mulch-Sichelmähern.
Es ist jedoch zu beachten, daß das Mulchen vor allem in der wüchsigen Zeit von
Mai bis Juli häufig ein zweimalige Mähen pro Woche erfordert, damit das
Schnittgut gleichmäßig verteilt und von der Rasennarbe aufgenommen wird.
- Unkräuter
Vor allem bei der Neuanlage tritt häufig eine Verunkrautung des Rasens ein, da
im Boden ruhende Unkrautsamen ebenfalls zur Keimung kommen. Durch regelmäßiges
Mähen verschwinden jedoch viele von ihnen wieder.
Pflege
| . |
|
Schnitt
(zurück) |
Art und
Häufigkeit der Pflegearbeiten hängen ab vom Rasentyp, von der gewünschten
Rasenqualität, den Gräser-Arten und -Sorten, der Nährstoff- und
Wasserversorgung,
dem Wachstumsrhythmus, der Flächengröße- u. Beschaffenheit und von der
Verfügbarkeit
der Maschinen und Geräte. |
| |
Eine der
zeitaufwendigsten Arbeiten bei der Rasenpflege ist das Mähen. Auf
belastbaren
Rasenflächen ist der Schnitt für Regeneration und Bestockung der Gräser
unerläßlich.
Gering belastete Landschaftsrasen, an die keine hohen Ansprüche bzgl.
Narbendichte,
Gleichmäßigkeit und Farbaspekte gestellt werden, kommen mit ein bis
zweimaligem
Schnitt pro Jahr aus. In der folgenden Aufstellung sind Gräserarten nach
abnehmender
Schnittverträglichkeit geordnet: |
| |
- Agrostis
stolonifera
- Agrostis
capillaris
- Poa annua/supina
- Agrostis canina
- Poa pratensis
- Lolium perenne
- Festuca rubra
- Phleum bertoloni
- Festuca ovina
- Festuca
arundinacea
- Poa trivialis
|
| |
|
Flechtstraußgras bildet selbst bei fast täglichem Schnitt, wie es auf
Golfgreens üblich ist, eine dichte Rasendecke aus. Bei Festuca arundinacea
und Poa trivialis ist dagegen bei sehr häufigem Schnitt die
Regenerationsfähigkeit schon etwas eingeschränkt,
allerdings immer noch besser als bei typischen Wiesengräsern wie
Glatthafer oder Wiesenschwingel. |
| |
| Weiterhin ist
die Schnitthäufigkeit abhängig vom Wachstumsverlauf innerhalb der
Vegetationsperiode. Nach einem langsamen Beginn erreicht die
intensitätskurve zwischen Ende April und Mitte Juni einen Höhepunkt und
fällt dann wieder ab. Oft erreicht die Wachstumskurve etwa im August ein
zweites, allerdings geringeres Maximum. |
| |
Vegetationsbeginn und -ende sowie der Wachstumszyklus sind je nach
Klimalage
und Witterungsbedingungen verschieden. In der Oberrheinebene kann das
Wachstum
der Rasenpflanzen schon im Februar beginnen, in Höhenlagen ist manchmal
erst Anfang
Mai ein deutliches Ergrünen zu verzeichnen. |
| |
Für die Praxis
ergibt sich aus diesen Zusammenhängen die höhere Schnittfrequenz im Mai
bis Juni und
die niedrigere in den Herbstmonaten. Ab September können die Zeitabstände
zwischen den einzelnen Schnitterminen wesentlich verlängert werden. Ebenso
wie die Schnittfrequenz ist die Schnitthöhe abhängig von Rasentyp,
Artenzusammensetzung, Jahreszeit, Witterung, vor allem aber von der
Nutzung. |
| |
| Golfgreens
müssen extrem kurz geschnitten werden, um den kleinen Ball beim Einputten
ohne größeren Widerstand und in der vorgesehenen Richtung rollen lassen.
Bei Sportrasen sollte eine hohe Rückprallelastität vorhanden sein. Durch
einen kurzen Schnitt wird erreicht, dass der Rasen nicht weich wird.
Andererseits werden die Gräser bei kurzem Schnitt sehr strapaziert.
Deshalb muß ein Kompromiss in der Schnitthöhe gefunden werden, der den
Bedürfnissen der wachsenden Pflanze und den Anforderungen von seiten der
Benutzer gerecht wird. |
|
Schnitthöhe und Aufwuchshöhe von Rasenflächen
(zurück) |
| |
Im
Frühjahr wird der Rasenmäher hoch eingestellt, so daß der erste Schnitt
nur aus einem leichten
Kappen der Blattspitzen besteht. Nach und nach werden dann die
Rasenmäher-Messer tiefer gestellt
bis zur normalen Schnitthöhe. Bei trockenem Wetter oder in ausgesprochenen
Trockenlagen darf die Schnitthöhe etwas höher sein. Bei Sportrasenflächen
ist ein hoher Schnitt nur in der Spielpause oder
bei weniger intensivem Sportbetrieb möglich.
Die Meinungen über Entfernung oder Liegenlassen von Schnittgut sind
geteilt. |
| |
|
Für das Entfernen sprechen folgende Gründe: |
- verhindert Verfilzung
- keine Schädigung durch
unsachgemäß abgelegtes Schnittgut
- vermindert Ausbreitung von
Samenunkräutern
- vermindert Ausbreitung von
Krankheiten
|
| |
|
Schnittgut kann liegenbleiben bei: |
- geringen Aufwuchsmengen
- jungem blattreichen Gras
- gleichmäßiger
Schnittgutverteilung
- trockener Witterung
- hoher biologischer
Aktivität des Bodens
|
| |
| Rasentyp |
Schnitthöhe
in mm |
Aufwuchshöhe in mm
|
| Golfgreen |
4- 7 |
8- 12 |
| Zierrasen, Fairways
|
10- 15 |
20- 30 |
| Hockeyfeld |
20-30 |
40- 60 |
| Fußballfeld |
30-50 |
60- 100 |
| Parkplatzrasen |
50-60 |
100- 120 |
| Landschaftsrasen
|
60-80 |
|
| |
Häufiges und kurzes Mähen wird von den einzelnen Grasarten unterschiedlich
gut
vertragen. Feinblättrige und bodenblattreiche Arten und Sorten sind
weniger empfindlich
als Pflanzen mit groben Blättern und hohem Stengelanteil.
Folgende Tabelle zeigt die ungefähr einzuhaltenden Schnitthöhen beim Mähen
der
verschiedenen Rasengräser. Diese Werte sind nicht zu unterschreiten,wenn
die Gräser keine
Schädigung erfahren sollen. |
| |
|
Anzustrebende Schnitthöhe bei Rasengräsern: |
|
Schnitthöhe (mm)
|
Art
|
|
5 -10
|
Agrostis canina
Agrostis stolonifera
Agrostis capillaris |
|
10-20
|
Poa
annua
Poa
supina |
|
20-30
|
Festuca
ovina
Festuca
rubra
Phleum
bertolonii |
|
30-50
|
Poa pratensis
Lolium perenne
Phleum pratense
|
|
| |
|
Bei
regelmäßigem Schnitt, wie er zum Beispiel auf
Sportrasenflächen üblich ist, fallen
etwa 50 g Grünmasse je m2 an, das sind bei 20 Schnitten im Jahr
1.000 g. Diese Menge
kann bei gleichmäßiger Verteilung durch die Bakterientätigkeit umgesetzt
werden.
Höherer Massenanfall und extrem
trockene Witterung verhindern die rasche Mineralisation
und fördern die Filzbildung.
Die Schnittqualität wird in
erster Linie durch den Rasenmäher bestimmt. Für feine
Rasenflächen sollten
Spindelrasenmäher mit mindestens 6 Messern (Blättern) verwendet
werden, die eine hohe Rototationsgeschwindigkeit besitzen. Die Messer
müssen scharf
sein und bei Bedarf nachgestellt bzw. geläppt werden.
Auf Gebrauchsrasen werden häufig
Sichelrasenmäher eingesetzt. Das Schnittbild ist nicht
so schart wie
beim Spindelrasenmäher, und die Blattenden können unsauber zerschlissen
aussehen. Arbeitsbreite und Flächenleistung sind beim Sichelrasenmäher
geringer als beim
Spindelmäher.
Frontbalkenmäher, Kreiselmäher
und Schlegelmäher kommen weder für das Mähen von
Gebrauchsrasen und schon gar nicht von Zierrasen in Frage.
Sie werden wegen ihrer
Unempfindlichkeit gegen Störungen und der hohen Flächenleistung gerne bei
Landschaftsrasen, an Straßenböschungen und auf anderen extensiv gepflegten
Rasenflächen eingesetzt.
|
| |
|
Düngung:
(zurück) |
| |
|
Düngermengen, Anwendungszeltpunkt und
-häufigkelt hängen ab von der Bodenart, der Rasennutzung, der Witterung
und der Düngerform.
Als Anhaltswert für die Grunddüngung können
die Ergebnisse der im Boden gefundenen
Analysenwerte gelten. Gut versorgte Böden weisen folgende
Mindestgehalte Je 100 g
Boden auf:
15 mg P2 O5
20 mg K2
12 mg Mg |
| . |
|
Jährlicher
Düngerbedarf in g Reinnährstoffen je m2: |
| |
| Rasentyp |
Stickstoff (N) |
Phosphat(P2O5) |
Kalium(K2O) |
Magnesium(MgO) |
| Zierrasen |
10-25 |
3-5 |
10-15 |
1-2 |
Gebrauchsrasen
geringe Belastung
starke Belastung |
5-15
10-25 |
3-5
5-8 |
8-12
10-15 |
1-2
2-3 |
Sportrasen
geringe Belastung
starke Belastung |
15-25
20-35 |
5-10
10-15 |
10-15
15-25 |
2-3
3-5 |
| Landschaftsrasen |
0-10 |
0-5 |
0-10 |
0-1 |
| |
|
|
|
|
| |
|
Stickstoff
gelangt in Form von Ammonium- oder Nitrat-Ionen in die Pflanze.
Er vergrößert
die Blattfläche, regt die Bestockung
der Pflanze an und intensiviert die
Grünfärbung.
Auf Rasen wird Stickstoff während der Wachstumsperiode in mehreren
Teilgaben
ausgebracht. Bei Herbstgaben ist Vorsicht geboten, weil dann leicht Gräser
mit
wasserreichen, dünnwandigen Zellen entstehen, die
besonders anfällig gegen Frost
und Krankheitensind,
z.B. Fusarium (Schneeschimmel).
|
| |
Phosphat
wird zur Förderung der Wurzelbildung beim Anlegen von Rasenflächen
häufig zusammen
mit anderen Pflanzennährstoffen als
Grunddünger ausgebracht. Bei der Verwendung
von Phosphat ist zu beachten, daß seine Verfügbarkeit in extrem
sauren und extrem
alkalischen Böden eingeschränkt ist. Da Phosphat wenig verlagert und
damit auch nur
minimal ausgewaschen wird, ist eine
gleichmäßige Verteilung
anzustreben.
|
Kalium
aktiviert viele Enzyme und stärkt die
Zellwände. Es sollte vor allem auf Strapazierrasen in
ausreichenden Mengen vorhanden sein, wo kräftige, krankheitsresistente
Pflanzen
nötig sind. In mit Sand vermagerten
Böden herrscht oft Kaliummangel, der durch die
hohe Auswaschung bei häufiger
Beregnung noch verstärkt wird. Auf derartige Flächen
sollte mindestens zweimal jährlich Kaliumdünger
ausgebracht werden.
|
| |
| |
Calcium
hat großen Einfluß auf den ph-Wert
des Bodens, aktiviert einige Enzyme und ist Baustein
wichtiger Verbindungen. Seine größte Bedeutung
kommt ihm jedoch als
Bodenverbesserer zu. Calcium fördert das Mikroorganismenleben, die
Krümelstabilität
sowie die Auf- und Abbauprozesse im Boden. Kalkdünger wird gerne in den
Wintermonaten
ausgebracht.
|
| |
Magnesium
ist wichtiger Baustein des Chlorophylls und wirkt mit bei der
Phosphataufnahme durch die Pflanze.
Magnesium wird meist als Bestandteil anderer Dünger ausgebracht, ebenso
wie die
Spurennährstoffe.
|
| |
|
Beregnen:
(zurück) |
| |
Um den Pflanzen
auch in Trockenperioden genügend Feuchtigkeit für das Wachstum
zur Verfügung zu stellen und eine Austrocknung der
Rasendecke zu verhindern, kann
man den Boden bewässern. Für diesen Zweck stehen
verschiedene Regnersysteme
zur Verfügung. Nach Dl N 16035 Teil 2 muß die Beregnungsanlage
Wassergaben von
mindestens 25 l/m2 in einer Zeitspanne von 5 bis 15
Stunden ermöglichen. wobei nicht
mehr als 5 l/m2 innerhalb einer Stunde aufgebraucht
werden sollen. Häufige Gaben
mit geringen Wassermengen sind zu vermeiden, weil
dann nur die oberste Bodenschicht
durchfeuchtet wird und die Wurzeln der Rasenpflanzen an
der Oberfläche bleiben.
Dadurch ist die Belastbarkeit der Rasenfläche stark
eingeschränkt. |
| |
|
Es kann übrigens auch zu einer Umstellung
des Pflanzenbestandes in Richtung
flachwurzelnder Arten (Poa annua) kommen. Die
Abweichungen in der Menge der
Wasserausbringung sind bei allen Regnersystemen sehr
groß. Die Unterschiede
betragen meist mehr als 25. Besonders auffällig ist die
Beregnungsungleichmäßigkeit
mit weitmaschig angeordneten Regnern. Auf Sportplätzen
wurden früher meist 12
Regner eingebaut, mittlerweile sind 35 gefordert. Einen
Anhaltspunkt für die
Beregnungsmenge und -häufigkeit gibt die folgende
Tabelle: |
| . |
Tageshöchsttemperaturen
Grad Celsius |
täglicher
Wasserbrauch
L/qm |
Beregnungsabstand bei
25 L/qm Wassergabe Tag |
|
| >30 |
>5 |
3-5 |
|
| 25-30 |
3-4 |
6-8 |
|
| 20-25 |
2-3 |
8-12 |
|
| <20 |
<2 |
>12 |
|
| |
Nachsaaten
(zurück) |
| |
|
Schaden an Rasenpflanzen können durch
vernachlässigte oder unsachgemäße Pflege,
aber auch durch verschiedene Ursachen entstehen, für
die das Pflegepersonal nicht
verantwortlich ist:
- zu starke Belastung
- Strapazierung bei Nässe
- natürliche Abnutzung
- mutwillige Zerstörung
In eiligen Fällen können Fertigrasen verlegt
werden. Im Normalfall werden lückige
Rasennarben durch Nachsaaten ersetzt.
Als erste Maßnahme wird ein extrem tiefer Schnitt mit
Abräumen des Mähgutes
vorgenommen. Dadurch wird die Konkurrenzkraft des
Altbestandes etwas eingeschränkt.
Um dem Samenkorn Bodenschluß als Voraussetzung für die Keimung zu
ermöglichen,
sollte der Boden aufgerissen werden, z. B. durch scharfes Vertikutieren.
Jetzt erfolgt
die Nachsaat z. B. mit Kiepenkerl Majestlc Aktiv oder
Regenerationsmischung.
Bei einer Nachsaat ist besonders darauf zu achten,
daß die einzelnen Arbeitsgänge in
schneller Folge erledigt werden, das heißt Kurzschnitt,
Auf reißen des Bodens und
Einsaat möglichst kurz hintereinander, um die
geschaffenen günstigen Bedingungen
auszunutzen. Konkurrenzstarke schnellkeimende Arten wie
Deutsches Weidelgras
eignen sich sehr gut zur Nachsaat, bei der
konkurrenzschwachen Wiesenrispe kann
trotz guter Bodenvorbereitung und keimfähigen Saatgutes oft der gewünschte
Erfolg
ausbleiben. Auch bei der Nachsaat kann ein Andrücken, das
allerdings infolge der
horstartigen Pflanzen im Altbestand schwierig ist, sehr nützlich sein.
|
| |
|
Vertikutieren
(zurück) |
| |
|
Filzbildung
Ursache für ungesund, meist hellgrün aussehende
Rasenflächen, deren Wachstum trotz
Düngung und Bewässerung stagniert, die häufig mit
unerwünschten Kräutern oder dem
flachwurzelnden Jährigen Rispengras durchsetzt sind,
ist möglicherweise eine Verfilzung.
Filz ist in der Regel eine dunkelbraune, scharf
abgesetzte Schicht aus nicht abgebautem
organischem Material auf der Bodenoberfläche. Sie
besteht aus lebenden und toten
Wurzeln, Ausläufern und Resten von Schnittgut wie
Blatt- und Stengelteilen.
Rasenflächen mit Filzauflage sind anfälliger
gegen pilzliche Krankheitserreger. Oft ist die
Rasennarbe sehr dicht, aber bei Nässe weich und
schwammig. Die Wurzeln wachsen
nicht in den Boden, sondern breiten sich in der
Filzschicht aus. Dadurch kommt keine
Verzahnung mit der eigentlichen Rasentragschicht zustande.
Filzschichten entstehen vor allem auf
sandreichen, sauren Böden mit eingeschränkter
biologischer Aktivität. Sie vermindern in starkem
Ausmaß die Wasser- und damit auch
die Nährstoffdurchlässigkeit in tiefere Zonen und verringern die
Belastbarkeit der
Rasendecke. |
| |
|
Einige Pflanzenarten wie Rotschwingel,
Schafschwingel und Wiesenrispe neigen besonders
stark zu Filzbildung, während Weidelgras und Lieschgras
kaum zur Filzproduktion
beitragen. Straußgräser, Jährige und Gemeine Rispe
nehmen eine Mittelstellung ein.
Rasenfitzbildung wird weiterhin gefördert durch überhöhte
Stickstoffdüngung vor allem
mit physiologisch sauerwirkenden Düngemitteln, wie zum Beispiel
Schwefelsaurem
Ammoniak.
Um die Bildung von Filzauflagen zu
verhindern, sind alle Maßnahmen zu vermeiden, die
die biologische Aktivität im Boden einschränken. So
können mehrmalige Pilzbekämpfungs-
maßnahmen mit Fungiziden Ursache für eine stark
wachsende Filzauflage sein.
In ungünstigen Lagen können sich innerhalb
eines Jahres bis zu 1 cm starke Filzschichten
bilden. Eine bis zu 0,5 cm betragende Zone muß nicht
unbedingt besorgniserregend sein.
Auf belasteten Flächen, wie zum Beispiel auf
Sportplätzen, ist sie sogar erwünscht, weil
sie den Verschleiß mindert und die Oberfläche schützt.
Dagegen können 1 bis 2 cm
starke Schichten bis zu 201 Wasser je m2 Rasenfläche zurückhalten,
was im Sommer
uneffektiv verdunstet.
|
| |
|
Zusammengefaßt gibt es
folgende Möglichkeiten zur Verhinderung von Filz: |
|
1.) ph-Wert im Boden von
mindestens
5,5 bis 6,0 anstreben,
2.) Arten ansäen, die nicht so
stark zur
Filzbildung neigen,
3.) keine übermäßigen
Stickstoffmengen
düngen,
4.) keine unnötigen chemischen
Bekämpfungsmaßnahmen vornehmen,
5.) keine häufigen Beregnungen
mit geringen
Wassermengen, sondern lieber
weniger
oft mit hohen, den Boden
durchnässenden
Mengen,
6.) alle Maßnahmen zur
biologischenAktivierung des Bodens ausnutzen.
|
| |
|
Ist die Rasenfilzbildung schon
zu weit fortgeschritten, muß durch Vertikutieren Abhilfe
geschaffen werden. Es hat In erster Linie die Aufgabe, eine bestehende
Filzschicht zu
beseitigen oder zu verkleinern.
Gleichzeitig dient es der Verbesserung der Rasenzusammensetzung, weil vor
allem unerwünschte breitblättrige Kräuter und flachwurzelnde Gräser wie
Jährige Rispe
geschädigt und Gräser mit Ausläufern durch Anregung der Seltentriebbildung
gefördert
werden. |
|
Der Rasen sollte vor
dem Vertikutieren trocken sein und, wenn möglich, auf 2 bis 3 cm
geschnitten werden, damit die Vertikutiermesser auch wirklich in die
Filzschicht
eindringen und diese zerschneiden.
Wichtig sind ein enger Messerabstand, schnell rotierende, möglichst
scharfe
Schlitzmesser, die schneiden und nicht nur reißen, und ein schweres
genügend Druck
erzeugendes Gerät. Damit können im Abstand von 2 bis 3 cm auf ebenen
Flächen optimal
etwa 5 bis 15 mm tiefe Rillen geschnitten werden. Der unter der
Filzschicht liegende
Boden sollte nur leicht angeritzt werden.
Bei erfolgreichem Vertikutieren dicker Filzschichten können mehr als 1
kg/m2 zu
entfernendes Material herausgeschnitten werden.
Allgemein reicht eine
Vertikutiermaßnahme jährlich aus. Der beste Termin zur Durchführung
liegt im Frühjahr und Spätsommer.
Nach dem Vertikutieren ist eine Nachsaat besonders effektiv.
|
| |
|
Aerifizieren
(zurück)
|
| |
|
Als Aerifizieren bezeichnet man
das Einstechen von 7 bis 16 cm tiefen Löchern in die
Rasentragschicht.
Die Pflegemaßnahme wird gegen
Verdichtung, Verfilzung sowie bei mangelnder Belüftung
durchgeführt. Aerifiziert wird am vorteilhaftesten während der
Hauptwachstumszeit des
Rasens, auf stark belasteten Flächen mehrmals jährlich. Die besten
Ergebnisse sind bei
leicht feuchtem Boden zu erzielen.
|
| |
|
Schlitzen
(zurück) |
|
Das Schlitzen erfolgt mit
dreieckigen Messern, die in eine Tiefe von 75 bis 100 mm in den
Boden schneiden und Schlitze von 10 bis 20 cm Länge und 3 - 5 mm Breite
hinterlassen.
Die Geräte werden Im Frühjahr zu Beginn der Hauptwachstumszeit und im
Herbst zum
Ende der Vegetationsperiode eingesetzt und eignen sich für die meisten
Rasenarten.
Weniger drastisch wird der Boden mit Geräten bearbeitet, die nicht so
tiefe Schlitze in
die Rasentragschicht schneiden.
|
| |
|
Sanden
(zurück) |
| |
|
Bei sehr stark belasteten und
verdichteten Rasenflächen sowie auf Böden mit hohem
Feinerdeanteil ist das Besanden eine begleitende Maßnahme. Der Sand erhöht
das
Porenvolumen und sorgt damit für ein erhöhtes biologisches
Umsetzungsvermögen. In
gut durchlüfteten und biologisch aktiven Substanzen kann sich kaum Filz
bilden. Alle
Bedingungen, die fördernd auf die Mineralisierung der organischen Substanz
wirken,
tragen zur Minderung der Filzschichtbildung bei. Für die Besandung sind
etwa 2 bis 3
kg/m2 notwendig, bei über 1 cm starken Filzschichten ist ein mehrmaliges
Aufsanden
angebracht.
Auf sandreichen Rasenflächen, zum Beispiel DIN-Sportplätzen oder
Golfgreens, hat sich
ein sogenanntes Topdressing bewährt. Topdressing-Material ist kein reiner
Sand, sondern
es ist mit nicht genau festgelegten Mengen Torf, Kompost, Feinerde
sowie häufig mit Kalk
und Dünger versetzt. Bei Verwendung organischer Materialien ist darauf zu
achten, daß
sie frei von Schädlingen, Krankheiten und Samen unerwünschter Pflanzen
sind; von
Vorteil ist eine vorbeugende Entseuchung. Mit dem Topdressing kann
gleichzeitig die
Bodenstruktur und die Nährstoffnachlieferung verbessert und eine eventuell
vorhandene
unebene Fläche ausgeglichen werden sowie durch Beimischung von Grassamen
eine
elegante Methode der Nachsaat erfolgen.
|
| |
|
Unkräuter
(zurück) |
| |
|
Auf bestimmten Rasenflächen wie
Zierrasen, Sportrasen und Golfrasen sind Kräuter
unerwünscht. In
Zierrasen beeinträchtigen sie das Aussehen und auf den Sportflächen
wie z. B. Hockey oder Golf können sie den Spielablauf stören.
Derartige Pflanzenarten
sind im Rasen als Unkräuter
anzusehen. Sie widerstehen häufig
den Pflegemaßnahmen.
Unkrautbekämpfung im Rasen ist durch vorbeugende pflegerische und
mechanische
Maßnahmen oder mit chemischen Mitteln möglich. Vorbeugend ist dafür zu
sorgen, daß
keine Lücken In der Rasendecke entstehen, die dem Unkraut eine leichte
Einwanderung
gestatten. Zur Lückenbildung tragen bei: zu tiefer Schnitt mit
Narbenverletzungen,
Ätzschäden durch Dünge- oder Pflanzenschutzmittel, Krankheiten oder
Schädlinge.
Bei Neuansaaten ist es unvermeidlich, wenn keine Dämpfung oder chemische
Behandlung
des Bodens vorgenommen wurde, daß auch Unkräuter keimen und auflaufen.
Einjährige
Pflanzenarten bereiten in neu angesäten Rasen unter normalen Umständen
keine
wirklichen Schwierigkeiten, weil sie nach mehrmaligem Mähen von den
Gräsern
unterdrückt werden.
Kann der Unkrautbesatz durch mechanische Maßnahmen nicht zurückgehalten
werden,
so ist als letzte Möglichkeit an eine chemische Bekämpfung zu denken. Es
gibt einige
zugelassene Präparate bzw. Mittel-Kombinationen, die auf Rasenflächen
eingesetzt
werden können.
Wichtig: Beachten Sie
diesbezüglich die Gesetzgebung
der einzelnen Bundesländer.
Das Angebot zugelassener Mittel
ändert sich stetig.
Eine Informationshilfe ist das jährlich neu
erscheinende Pflanzenschutzmittelverzeichnis Teil 2 (Gemüsebau, Obstbau,
Zierpflanzenbau) der Biologischen Bundesanstalt für Land- und
Forstwirtschaft
in Braunschweig.
Es ist zu beziehen durch: Saphir Verlag, Gutsstraße 15, 38551 Ribbesbüttel.
|
| |
| Moose
(zurück) |
| |
|
Eine häufig, vor allem im Zier-
und Gebrauchsrasen als unerwünscht eingestufte
Pflanzengruppe ist das Moos. Im Rasen tritt es meist dann auf, wenn
das Gras nur
langsam wächst, der Boden sehr naß ist sowie im Schatten von Gebäuden oder
besonders von Bäumen und Sträuchern.
Sehr häufig wird Moosbildung auch durch falsche Pflegemaßnahmen wie zu
tiefes Mähen
und/oder unzureichende Nährstoffversorgung verursacht.
Auch gegen Moos gibt es chemische Mittel. Sie enthalten in der Regel
Eisen-II-Sulfat.
Nach der Behandlung verfärbt sich das Moos dunkelbraun bis schwarz und
kann dann
entfernt werden.
Tip:
Um einer Neuvermoosung vorzubeugen, den Rasen bei einwöchigem
Mährhythmus nicht unter 4 - 5 cm Schnitthöhe (im Schattenbereich nicht
unter
5-6 cm) mähen sowie mindestens 3mal pro Jahr düngen. |
|
|