Warum hochwertiger Rasensamen entscheidend ist
Ein gesunder, dichter Rasen ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit, Belastung, Unkraut und Krankheiten. Wer beim Saatgut spart oder minderwertige Mischungen wählt, riskiert:
- dünne, schütter aufflammende Rasenflächen
- langsames Wachstum und größere Pflegekosten
- häufigere Nachsaat oder Ausbesserungen
Deshalb lohnt es sich, direkt von Anfang an auf Qualität, passende Mischungen und richtige Aussaat zu setzen.
Blogbeitrag → Rasenfläche richtig anlegen: Tipps für einen grünen Traumrasen!
Kaufkriterien: Qualität, Zertifizierung & Mischungen
Wenn man Rasensamen kaufen möchte, achte besonders auf:
- RSM-Zertifizierung (Regelsaatmischungen): Diese Norm legt fest, welche Mischungsarten existieren (Spielrasen, Schattenrasen, Sportrasen, etc.). Ein RSM-Label auf der Verpackung ist ein guter Indikator für geprüfte Qualität.
- Keimfähigkeit & Reinheit: Gute Samen müssen hoch keimfähig sein und möglichst wenig Unkrautsamen, Krankheitserreger oder Fremdanteile aufweisen.
- Zweck & Nutzung: Überlage, wofür der Rasen genutzt wird und wähle eine Mischung, die diese Anforderungen erfüllt.
- Preis vs. Leistung: Sehr billige Mischungen klingen verlockend, aber oft sind weniger hochwertige Mischung schlechter regeneriert.
- Saatgutfrische & Lagerungszustand: Frisches Saatgut keimt besser und gleichmäßiger. Lagere oder kaufe möglichst frisch.
Aussaat & Anzucht - Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wann säen?
- Frühjahr: Ideal, wenn kein Frost mehr droht und Bodentemperaturen ausreichend sind. Laut Quellen ab ca. April bis Mai.
- Herbst (Spätsommer bis Frühherbst): Oftmals die sicherste Zeit, weil Boden warm genug ist und die Keimlinge vor Winter in Ruhe wachsen können. Optimal meist Ende August bis Anfang Oktober.
Bodenvorbereitung
- Fläche von Steinen, Unkraut und Wurzeln befreien.
- Boden auflockern und glatt ziehen, evtl. Humus einarbeiten.
- Bodentest (pH, Nährstoffe) - ggf. Kalk oder Stickstoff/Dünger einbringen.
Aussaat & Saatmenge
- Saatmenge: bei Neuanlage ca. 20-30 g pro m²; bei Nachsaat etwas weniger.
- Saat gleichmäßig verteilen. Bei größeren Flächen ggf. Streuwagen einsetzten.
- Saat leicht eindrücken oder andrücken, damit guter Bodenkontakt besteht.
Bewässerung & Pflege nach der Aussaat
- Der Boden muss in der Keimphase gleichmäßig feucht gehalten werden - nicht austrocknen lassen, aber auch keine Staunässe.
- Schutz vor Frost, starken Regenfällen oder direkte Sonne bei Hitze.
- Erstmähen, wenn das Gras eine gewisse Höhe erreicht hat (oft ca. 5-6 cm), und nicht zu kurz schneiden.
Die richtige Rasensamen-Sorte finden
Nicht jeder Rasen ist gleich - und nicht jeder Rasen hat die gleichen Bedingungen. Ob Sonne, Schatten, Spielwiese oder Zierfläche: die Wahl der passenden Rasensamen-Sorte ist entscheidend, damit dein Rasen dauerhaft dicht, grün und pflegeleicht bleibt!
Spiel- & Sportrasen - robust und regenerationsfähig
Zierrasen - für das edle Grün mit feiner Struktur
Schattenrasen - für halbschattige oder schattige Gärten
- Rotschwingel (Festuca rubra)
- Weidelgras (Lolium perenne) in kleinen Anteilen
Trockenrasen/Hitzerasen - ideal bei wenig Wasser
Nachsaat- oder Regenerationsrasen - für bestehende Flächen
Pflege & Erhaltung des Rasens im Jahresverlauf
Frühjahr (März - Mai) → Boden auftauen/lockern, Moos & Unkraut entfernen, evtl. Vertikutieren, Nachsaat bei kahlen Stellen, erste Düngung
Sommer (Juni - August) → Regelmäßiges Mähen, ausreichende Bewässerung, bei Trockenheit eher tief und seltener gießen, Schattenpflege, wenn nötig
Herbst (September - Oktober) → Letzte Nachsaat vor Frost, Boden ausbessern, Dünger mit Kaliumanteil, Schutz vor Frost vorbereiten
Winter → Ruhephase; kein starker Verkehr auf Rasen; ggf. Gehwege und Ränder sauber halten
Häufig gestellte Fragen
Je kleiner und feiner das Saatgut ist, desto niedriger ist der Aufwand pro Quadratmeter.
So kommt man mit einem Kilogramm der günstigen, meist nicht qualitativen Sorten, auf nur 30m² Fläche. Dieses entspricht einem Aufwand von etwa 33g pro 1m². Qualitative und hochwertige Rasensamen haben einen Aufwand von etwa 20g per 1m² - demnach kommt man mit 1kg Qualitätssamen auf rund 50m² Rasenfläche.
Die beste Aussaatzeit von Rasensamen ist das Frühjahr (April bis Mai) und der Herbst (September bis Oktober). In diesen Zeiten sind die Bodentemperaturen für eine Aussaat ideal.
Zudem gibt es genügend Feuchtigkeit, welche für eine gute Keimung unerlässlich ist.
Die Sommermonate bringen oftmals neben Sonne auch noch Wind. In dieser Kombination trocknet der Boden extrem schnell aus.
Vor der Aussaat sollten Sie den Boden gründlich auflockern und die Fläche einebnen. Auflaufende Unkräuter und Steine unbedingt entfernen. Um die Keimung und das Wachstum des Rasensamens noch zu unterstützen, kann Kompost oder spezielle Rasenerde ausgebracht werden.
Verwenden Sie einen Streuwagen oder säen Sie die Grassamen gleichmäßig von Hand aus. Die empfohlene Aussaatmenge pro Quadratmeter ist zwingend zu beachten. Zu viel ausgesäte Samen sorgen später für eine zu dichte Grasnarbe, welche oftmals zu Filz-, und Moosbildung führt.
Nach der gleichmäßigen Aussaat sollten Sie für einen guten Bodenschluss der Samen sorgen. Harken Sie die Rasensamen leicht in die Erde ein und drücken diese, durch Walzen an. Anschließend gut wässern.
In den ersten Wochen nach der Aussaat des Samens, sollte der Boden konstant feucht gehalten werden. Dies bedeutet tägliches gießen, besonders bei trockenem Wetter.
Sonne und Wind lassen den Boden extrem schnell austrocknen. Dieses kann mehrfaches Gießen am Tag zur Folge haben. Sobald der Rasen sichtbar wird, also angewachsen ist, reicht eine gründliche Bewässerung ein - bis zweimal pro Woche aus.
Je nach Sorte und Umweltbedingungen brauchen Rasensamen unterschiedlich lange, bis sie anlaufen. Die Keimdauer liegt in der Regel zwischen 6 und 28 Tagen.
Nach Abschluss der Keimphase dauert es dann noch einige Tage, bis die ersten sichtbaren Gräser angewachsen sind. Insgesamt brauchen neu eingesäte Rasensamen etwa 2 bis 8 Wochen, um eine geschlossene Rasenfläche zu bilden.
Grasart Keimdauer
Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) 7 bis 15 Tage
Rotschwingel (Festuca rubra) 10 bis 18 Tage
Rohrschwingel (Festuca arundinacea) 10 bis 18 Tage
Schafschwingel (Festuca ovina) 11 bis 19 Tage
Straußgräser (Agrostis spp.) 12 bis 20 Tage
Wiesenrispe (Poa pratensis) 14 bis 21 Tage
Lägerrispe (Poa supina) 14 bis 24 Tage
Wenn der Rasen eine Höhe von etwa 8-10 cm erreicht hat, ist es Zeit, für den ersten Schnitt. Kürzen Sie ihn beim ersten Mal um ein Drittel der Halmlänge. Später kann der regelmäßige Schnitt auf einer Höhe von 4-5 cm erfolgen. Achten Sie auf scharfe Klingen bei Ihrem Rasenmäher, damit das Gras gleichmäßig gefasst und auf die gewollte Länge geschnitten wird.
Ein neuer Rasen benötigt regelmäßige Bewässerung, Düngung und Mäharbeiten.
Achten Sie darauf, dass der Rasen nicht austrocknet, und verwenden Sie einen Rasendünger, um die Nährstoffversorgung sicherzustellen.
Regelmäßiges Mähen fördert die Dichte und die Rasengesundheit. Unkräuter haben es schwer, sich bei einer dichten Grasnarbe durchzusetzen.
Ein Rasen sollte mindestens 2x im Jahr gedüngt werden, um die Nährstoffversorgung über einen längeren Zeitraum, sicherzustellen. Eine Düngung im Frühjahr (Frühjahrsdünger) und im Herbst (Herbstdünger) ist optimal. Je nach Bodenzustand (mager) und Rasenart (Starkzehrer) kann auch eine zusätzliche Düngung im Sommer sinnvoll sein.
Um die Pflege entsprechend anzupassen, kann eine regelmäßige Bodenanalyse helfen, den Nährstoffbedarf des Bodens besser zu verstehen.
Durch regelmäßiges Mähen, und manuelle Entfernung, kann Unkraut im Rasen eingedämmt werden. Ein zu tief eingestelltes Mähwerk, kann den Wuchs von Unkraut auf Dauer begünstigen. Ist die Verbreitung des Unkrautes schon weit fortgeschritten und die mechanische Entfernung des Unkrauts nicht mehr möglich, wäre ein Rasenunkrautfrei-Mittel denkbar. Allerdings ist dieses nicht im Aussaatjahr anzuwenden und nur im notwendigen Maß.
Rasenmischungen bestehen aus mehreren Einzelgräsern, die zusammen ein harmonisches Rasenbild zeichnen. Durch Missernte oder falscher Lagerung ist es möglich, dass ein Einzelgras, durch schlechte Keimquoten, negativ auffällt.
Dass allerdings eine komplette Rasenmischung nicht keimt bzw. anwächst, ist nahezu ausgeschlossen. Oftmals liegt es daran, dass die Rasenfläche bis zum Auflaufen des Rasens nicht feucht genug gehalten wurde. Frost und Trockenheit sind die Hauptprobleme bei der Rasenansaat.
Braune Flecken sind oftmals ein Zeichen für einen geschwächten Rasen. Trockenheit und Staunässe können zu dem beschriebenen Problem führen. Allerdings ist nicht immer das Wasser der Grund. Pilzerkrankungen oder Schädlinge können auch Ursache für braune Flecken im Rasen sein. Sollten Sie Larven vom Gartenlaubkäfer (Engerlinge) oder die der Wiesenschnake unterhalb der Grasnarbe entdecken, können Nematoden Abhilfe schaffen.








